Blachenkunde

Blachen gehören zum Pfadialltag. Sie sind nur zum Zeltbau geeignet, sondern zum Beispiel auch als Spielmaterial oder als Hilfe beim Holzsammeln.

Steckbrief
  • quadratische Seiten: je 1.65m
  • Fläche: 2.7 m2
  • Gewicht trocken: 1.25kg
  • Gewicht nass: 2.5kg
  • pro Ecke eine Öse
  • 64 Knöpfe und 32 Knopflöcher gleichmässig über die Seiten verteilt
  • 4 Eckstrippen und 4 Mittelstrippen
  • eine Halsschnur
  • Zeltschnur (herausnehmbar): 2m
  • Ausschussblachen: mit gelben Ecken markiert


Blachen bestehen aus Baumwollstoff und haben immer eine imprägnierte und eine nicht imprägnierte Seite. Meistens sind die Blachen aus zwei Teilen gefertigt, wodurch eine Mittelnaht entsteht. Oft gehört zu der Blache noch eine Zelteinheit.

Diese enthält folgende Teile:

  • 3 Heringe (Stahl oder Aluminium)
  • 3 Zeltstöcke
Pflege

Man sollte niemals auf eine Blache treten, da sich dadurch Löcher bilden können. Ausserdem lässt die Isolation nach. Schmutzige Blachen müssen trocken abgebürstet werden. Die Heringe können mit Wasser gereinigt und danach eingefettet werden.
Lagerung

Wenn die Blachen trocken sind, werden sie in 10-ner Bünden an einem gut gelüfteten Ort gelagert.



Zeltbau
Die Zentrale Funktion von Blache ist im Zeltbau. Dabei müssen mehrere Dinge beachtet werden:


Es gibt mehrere Zelte, die in der Pfadi immer wieder verwendet werden:

Sarg (1 Blache, 2 Zeltstöcke, 4 Heringe)

Der Sarg ist ein sehr einfaches Zelt mit Platz für eine Person. Der Schutz vor Regen ist begrenzt, da es durch den begrenzten Platz oft zu Kontakt mit der Innenseite der Blache kommt. Dies schwächt die Isolation.




First (pro Einheit: 2 Blachen, 6 Zeltstöcke, 6 Heringe)

Der First ist ein sehr praktisches Zelt. Pro Einheit können zwei Personen mit Gepäck schlafen. Wenn richtig gebaut, dichtet der First gut gegen Wasser ab. Das Firstzelt kann sowohl in der Länge, als auch in der Höhe erweitert werden. Man kann es auch mit Seitenwänden und Eingang “upgraden”.




Gotthard (3 Blachen, 6 Zeltstöcke, 6 Heringe)

Der Gotthard ist schnell aufgebaut und bietet Platz für drei Personen. Der grosse Vorteil hier ist der Boden. Ausserdem hat der Gotthard einen geringen Windwiderstand und gute Wärmeisolation. Wie beim First können hier mehrere solche Zelte nebeneinander gebaut werden.




Berliner (8 Blachen, 11 Zeltstöcke, 12 Heringe)

Einen Berliner aufzubauen ist ziemlich mühsam und Materialaufwendig. Doch der Aufwand lohnt sich. Es entsteht ein wetterfestes, wärmeisolierendes Zelt mit Boden. Ausserdem kann der Ausgang verschlossen werden, was zusätzlich den Wind stoppt. Ein Berliner hat Platz für etwa 4 Personen und Gepäck.




Sarasani (27 Blachen, 1 Mittelpfosten ca. 4m, 15 Heringe, Seile zum Abspannen und sichern des Mastes)

Das Sarasani wird häufig als Ess- oder Küchenzelt verwendet. Es bietet viel Platz und guten Wetterschutz. Der grosse Mittelpfosten muss sehr gut gesichert sein, da das Sarasani extrem windanfällig ist.




Natürlich ist diese Liste nicht vollständig. Beim Zeltbau gehört auch ein gewisser Erfindungsgeist dazu. Verschieden Varianten können kombiniert werden. Je nach Situation reicht es vielleicht auch, eine grosse Plane zu knöpfen und diese aufzuspannen. Man muss immer versuchen, das Beste aus dem Material und der Geographie zu machen.

  • Die Mittelnaht muss so liegen, dass das Wasser darüber hinaus fliessen kann.
  • Auch die Blachen müssen so geknüpft sein, dass das Wasser nicht ins Zelt gelangt.
  • Die Zelte müssen genug gespannt sein, damit keine “Badewannen” entstehen.
  • Überlege dir vor dem Zeltbau, woher der Wind und der Regen kommen. Richte das Zelt und die Bauform danach aus. Achte auch auf Senken und Hänge, wo sich das Wasser am Boden sammelt.
  • Die Heringe sollten stets unter 90° zur Spannschnur in den Boden getrieben werden.
  • Der Kontakt mit der Innenseite der Blache sollte vermieden werden, da es die Imprägnierung schwächt.
  • Spanne die Zelte regelmässig nach.


Die Basis-Inhalte von unseren Pfaditechnik Seiten durften wir freundlicherweise aus dem Wiki der Pfadi Lachen übernehmen. Unsere Pfaditechnikseiten werden kontinuierlich ausgebaut und weiter entwickelt.