Samaritterkunde

Unfall – Was tun
Wenn man an einen Unfall herankommt herrscht oft Chaos. Deshalb ist es wichtig, dass man ruhig bleibt und nach einem strengen Schema vorgeht. Ausserdem steht die eigene Sicherheit stets an erster Stelle.

Schauen, Denken, Handeln
Es hat sich bewährt, nach diesem Schema vorzugehen:
Schauen
                        Ruhe bewaren
                        Situation überblicken, was ist geschehen?
                        Wer ist beteiligt oder betroffen?
                        Gibt es besondere Umstände (Gefahren, Auslaufende Flüssigkeiten, …)?
Denken
                        Folgegefahren für Patienten und Helfer erkennen
                        Sind Hilfsmittel vorhanden (z.B. Apotheke)?
                        Wo können Helfer eingesetzt werden?
Handeln
                        Unfallstelle absichern. Folgeunfälle verhindern.
                        Patienten aus der Gefahrenzone bergen.
                        Lebensrettende Sofortmassnahmen einleiten
                        Fachhilfe alarmieren
                        Überwachen und betreuen der Patienten.
                        Patienten vor Witterungseinflüssen schützen.
                         
Alarmieren
Das Melden des Unfalls an Polizei und Sanität sollte als erstes erfolgen. Es kann sein, dass man es sonst vergisst und vergeblich auf Hilfe wartet.
Beim Telefon mit den Behörden sollte man nach dem 6-W-Schema vorgehen, um alle wichtigen Informationen weiter zu geben:

Wer? - Vor- und Nachname des Melders

Was? - Art des Unfalls und eventuell Unfallhergang

Wann? - Zeitpunkt des Unfalls

Wo?
- Genauer Unfallort (Adresse, Koordinaten, auf Autobahn: Strassenabschnitt)

Wie viele?
- Anzahl der Verletzten und Art der Verletzungen

Weitere Info
Besondere Umstände (z.B. Verletzter ist eingeklemmt, Bahngeleise blockiert, Gefahrenguttransport)
Hier sind die wichtigsten Telefonnummern aufgeführt:

Sanität 144
Polizei 117
Feuerwehr 118
REGA 1414
Tox-Zentrum 145
Internationaler Notruf  112


Patienten bergen

Um Patienten aus der Gefahrenstelle zu bergen und an einen sicheren Ort zu transportieren gibt es verschiedene Methoden.

 


Wichtig:
Bei Verdacht auf Rückenverletzung sollte der Patient möglichst nicht bewegt werden!

Lebensrettende Sofortmassnahmen (LRSM)


ABC ist ein relativ neues Schema, das durch die verschiedenen LRSMs führen soll. Es hat das alte Merkwort “Gabi” abgelöst und wird international verwendet.


A – Aiways
  • Ist der Patient ansprechbar?
  • Ansprechen, berühren oder kneifen, Verletzungen abklären

Atemwege des Patienten freilegen:

  • Kopf leicht nach hinten neigen
  • Kinn anheben
  • beengende Kleidungsstücke öffnen
  • Störfaktoren entfernen (Kaugummi, Zahnspange, etc.
                                           
B – Breathing
> Atmung vorhanden?
> An der Nase des Patienten horchen, Patient in Bewusstlosenlage bringen, gut überwachen
> Beatmen: 2 Beatmungsstösse einblasen
                         
C – Circulation
> Ist ein Puls vorhanden?
> 5-10s Puls fühlen
> weiter Beatmen
> CPR: Herzmassage (2x beatmen/15x komprimieren)

Bewusstlose Patienten lagern

Bringe bewusstlose Patienten, die selber genügend atmen, sofort in die Bewusstlosenlage. Damit kannst du dem Ersticken durch Blut, Speichel oder Erbrochenes vorbeugen.
Strecke en Kopf des Patienten sorgfältig nach hinten. Richte sein Gesicht schräg nach unten. Alarmiere die Rettungskräfte. Überwache und schütze den Patienten vor Witterungseinflüssen (Kälte, Wärme, Nässe oder Wind).




Verbände

Je nach Situation sind verschiedene Arten von Verbänden gefragt.

Bindenverband

Ein Bundesverband wird als Deck-, Druck- oder Festhalteverband benutzt. Bundesverbände lassen sich auf verschiedene Arten, je nach Körperteil herstellen. Beim Anlegen eines Bindenverbandes ist darum zu achten, dass du aussen beginnst und herzwärts arbeitest.

Knie
Unterarm
Hand
Ellenbogen

Dreiecktuch- und Kravattenverband

Diese Art von Verbänden diene vor allem zum Schutz der Wunde.
Tragschlinge



 
Druckverband

Der Druckverband ist sehr wichtig. Er wird häufig verwendet, um arterielle Blutungen zu stoppen. Das verletzte Körperteil sollte dabei möglichst hoch gelagert und abgedrückt werden. Achtung: Lasse den Druckverband nicht zu lange angelegt, um den Blutfluss gewährleisten zu können.
 
  
  1. Knochen
  2. Wundgebiet
  3. Kompresse
  4. Erstes Druckpolster
  5. Zweites Druckpolster
  6. Binde

Die Basis-Inhalte von unseren Pfaditechnik Seiten durften wir freundlicherweise aus dem Wiki der Pfadi Lachen übernehmen. Unsere Pfaditechnikseiten werden kontinuierlich ausgebaut und weiter entwickelt.